Amsterdam, den 20. März 2017. 14h

Moin,

„Du Lümmel“, dröhnt es zwei Stunden später schon wieder vom Niedergang durch die Luke.

Seebär Pfarrer wedelt mit dem iPad, stakst breitbeinig an mir vorbei zu Lisbeth in die Kombüse, kommt mit einer tiefgekühlten Steingutflasche des 38%igen Wacholderschnapses zurück, knallt sie donnernd auf den Tisch und sagt in gespielter Empörung:

Amsterdam, den 20. März, 2016. Sonntagvormittag 11h

Moin,

bin mit meiner Hündin Whiskey im Bauch meiner heimeligen Hausboot-Stammkneipe gelandet. Draußen pfeift der Ostwind, hier drinnen bollert der Kanonenofen, und aus der Kombüse kommt der verführerische Geruch frisch gebackener Croissants. Außer einem weißhaarigen, iPad-lesenden Seebären am Nachbartisch und der schlampigschönen, verschlafenen Lisbeth mit ihrer wilden, langen Mähne und dem elfenbeinfarbenen Baumwollkleid - eher ein phantasievoll besticktes und mit Rüschen gefasstes Nachthemd - ist sonst niemand an Bord. Ich fühle mich hier geborgen wie im

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